Beide Teams konnten ihre Olympia-Chance nicht nutzen
vom 10.12.2017
Beide deutschen Nationalteams konnten ihre Chancen beim Olympic Qualifier Tournament im tschechischen Pilsen nicht nutzen. Mit den Niederlagen der Damen gegen China und Herren gegen Finnland am Samstag endete das Turnier für das Team von Daniela Jentsch auf dem sechsten Rang, das Quartett um Skip Alexander Baumann landete auf Rang sieben. Für das Ticket nach Pyeongchang hätten beide einen der ersten beiden Turnierplätze erreichen müssen.

Das Turnier hatte für die beiden DCV-Teams einen recht unterschiedlichen Verlauf. Die Damen starteten bereits mit zwei Niederlagen und mussten somit der Konkurrenz stets hinterherlaufen. Nach dem ersten Erfolg gegen die Gastgeber im dritten Spiel glomm Hoffnung auf, denn auch die Konkurrenz spielte nicht konstant. Doch dann passierte im Match gegen Italien das Gleiche wie in der zweiten Runde gegen Dänemark – die Damen gingen mit einem Unentschieden und dem Recht des letzten Steins ins Schluss-End und konnten diesen taktischen Vorteil jeweils nicht nutzen.
Statt eines möglichen Standes von drei Siegen und nur einer Niederlage hatte man somit nur einen Sieg auf dem Konto, so dass der zweite Erfolg gegen Finnland im vorletzten Gruppenspiel schon zu spät kam, um nochmal ernsthaft oben in den Kampf um die Play-off-Plätze eingreifen zu können. Damen-Skip Daniela Jentsch: „Insgesamt muss man sagen, dass der Druck für die eine oder andere ja auch noch recht Unerfahrene in unserem Team etwas zu hoch war. Wir haben alles probiert - auch mit Veränderungen in der Aufstellung, aber es hat nicht gereicht. Der Start mit den zwei hauchdünnen Niederlagen gegen Dänemark und Italien war ausschlaggebend. Gerade gegen Italien müssen wir gewinnen. Dass es dann am Ende mit einer Mess-Entscheidung um Millimeter nicht reicht, ist irgendwo sinnbildlich. Da gelingt mir in dem Match nahezu alles, aber der letzte Stein ist dann um einen Hauch zu kurz. Das bricht einem dann schon etwas das Genick! Im letzten Match gegen China hatten wir noch eine kleine Chance, weil wir die Draw-Shot-Competition vorher so gestalten konnten, dass wir bei Punktgleichheit mit anderen Teams vorn gelegen hätten. Aber China hat derart perfekt gespielt, wie Maschinen. Da war einfach nichts zu holen.“

Die Herren starteten zwar auch mit einer Auftakt-Niederlage gegen China ins Turnier, gewannen dann aber drei Matches in Folge und lagen zur Halbzeit des Qualifiers mit 3:1-Siegen auf dem geteilten ersten Platz. Gegen Dänemark und Russland hatten die „Baumänner“ dann aber das Nachsehen, so dass auch sie mit dem Ausgang um die drei Play-off-Ränge nichts mehr zu tun hatten.
Skip Alexander Baumann: „Die Enttäuschung bei uns ist schon riesig, dass wir die Quali nicht geschafft haben. Wir konnten unsere Leistung einfach nicht konstant genug abrufen. Woran das genau lag, werden wir jetzt in Ruhe analysieren. Das war einfach nicht unsere Woche, muss man leider sagen. Wir konzentrieren uns jetzt voll auf die WM in Las Vegas, werden darauf hintrainieren. Sicher ist, wir bleiben dran, um das deutsche Curling wieder vorn heranzuführen.“

„Alles auf den Prüfstand stellen, um die richtigen Stellhebel zu identifizieren“
Für den Deutschen Curling-Verband bedeutet dies, dass erstmals nach Wiederaufnahme des Sports ins Olympische Programm kein deutsches Team die Qualifikation für Olympia schaffte, nachdem 2014 ja noch die Hamburger Herren über den Qualifier in Füssen ein Einzel-Ticket zu den Spielen von Sotchi gelöst hatten.
DCV-Präsident Bernhard Mayr: „Wir sind genauso wie die beiden Mannschaften über die verpasste Chance enttäuscht. Auf diesem Niveau sind Kleinigkeiten eben oft ausschlaggebend. Wir müssen trotzdem alles auf den Prüfstand stellen, um die richtigen Stellhebel zu identifizieren und entsprechend zu verändern. Unser Gesamteindruck im deutschen Curling ist aber, dass es in absehbarer Zukunft möglich ist, in die Top Ten der Welt zu kommen und langfristig bis 2026 eine Medaille bei Olympia zu holen.“
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