Lips: „Fahren mit gutem Gefühl nach Champéry“
vom 19.11.2014
Am kommenden Samstag, 22. November, starten im schweizerischen Champéry die Curling-Europameisterschaften 2014. Für den Deutschen Curling-Verband geht bei den Damen die Füssener Formation um Daniela Driendl an den Start. Bei den Herren kämpft das Team von Skip Alexander Baumann aus Schwenningen und Baden Hills um ein bestmögliches Ergebnis. Im Interview gibt Bundestrainer Thomas Lips einen Ausblick auf das Turnier und schätzt die Chancen der beiden deutschen Starter ein.

Herr Lips, Sie haben die beiden deutschen EM-Teams in den vergangenen Wochen intensiv begleitet. Wie gut vorbereitet geht der Deutsche Curling-Verband in das Turnier in Champéry?
Wenn wir als Zielgröße die Teams nehmen, die in unserer Leistungskategorie spielen, dann denke ich, können wir selbstbewusst nach Champéry fahren. Wir treten da natürlich nicht an und sagen: Gegen den und den verlieren wir. Aber realistisch gesehen wäre ein Mittelfeld-Platz und die damit geschaffte WM-Qualifikation für beide Teams ein gutes Ergebnis. Das ist jedoch keine Selbstverständlichkeit.

Wie bewerten sie die eher durchwachsenen Ergebnisse bei den letzten Turnieren vor EM-Start?
Na, überragend waren die natürlich nicht. Das muss man auch nicht schönreden, auch wenn es Umstände gab, die dafür mit verantwortlich waren. Am vergangenen Wochenende in Wetzikon zum Beispiel musste Daniela Driendl mehrere Spiele krankheitsbedingt passen. Zum Glück war es nichts Dramatisches, und es geht ihr jetzt wieder gut. Positiv war aber dann, dass das Team trotzdem zum Beispiel gegen EM-Teilnehmer Lettland gewinnen konnte.

Was ist aus Ihrer Sicht für die DCV-Damen drin bei dieser Europameisterschaft?
Unter normalen Umständen werden die vier Topteams Schottland, Schweden, Schweiz und Russland ins Halbfinale einziehen. Dahinter ist praktisch alles möglich.

Und wie schätzen Sie es bei den Herren ein?
Bei den Herren hängt viel von der Verfassung von Alexander Baumann ab. Wenn er eine Topleistung abrufen kann, ist gegen jedes Team ein Sieg drin. Wenn er nur guten Durchschnitt spielt, und das kann es auch mal geben, dann wird es schon schwierig. Das konnte man beim Bern Inter gut erkennen. Alexander weiß aber auch, dass der Druck vor allem auf ihm liegt. Das Gute aktuell ist, dass er selbst sagt, er fühle sich gut vorbereitet. Das Team hat hart gearbeitet, viel trainiert – und das merkt man eben. Aber wenn Sie mich nach einer Einschätzung fragen, dann ist für die DCV-Herren zwischen Medaille und Abstieg eigentlich alles drin, weil hinter den beiden Topteams aus Schweden und Norwegen ein breites Mittelfeld kommt, in dem auch wir uns befinden. Da kann viel passieren.

Was muss also passieren, damit das Pendel nach Möglichkeit für unsere beiden Teams nach oben ausschlägt?
Wir können ja nur unsere eigene Leistung auf dem Eis und die Art und Weise, wie wir bei diesem Turnier auftreten, beeinflussen. Wir nehmen die Herausforderung, hier mit einer kämpferischen und positiven Einstellung an den Start zu gehen, gern an. Wenn wir unsere beste Leistung möglichst konstant abrufen, haben wir schon ein großes Ziel erreicht. Spielen wir auf unserem Topniveau und verlieren dann trotzdem, dann müssen wir das auch akzeptieren. Aber ich denke, das wird nicht passieren. Ich bin guten Mutes, dass beide Teams die WM-Qualifikation schaffen, auch wenn es nicht einfach sein wird. Aber wir gehen mit einem guten Gefühl an den Start.

Was meinen Sie, inwieweit die aktuelle Situation des Verbandes die beiden Teams womöglich beeinflusst?
Diese Nebenkriegsschauplätze stecken natürlich drin in den Köpfen, und das ist auch nicht hilfreich. Man wird von anderen Delegationen ja auch immer wieder darauf angesprochen. Ich denke aber, das darf keinen Einfluss haben. Wir arbeiten an einer langfristigen Entwicklung bis 2017 und da müssen wir lernen, uns von äußeren Störungen abzuschotten. Die Ergebnisse der EM stehen nicht im unmittelbaren Fokus, sondern sie bildet den Auftakt zu einem strukturierten Weg Richtung Olympia-Qualifikation im Jahr 2017. Es würde aber auch allen helfen, schnellstmöglich zu wissen, ob und wie es mit dem DCV weitergeht.“

Spielplan Vorrunde
Damen
Sa., 22.11. 15:00 SWE vs GER
So., 23.11. 08:00 EST vs GER
So., 23.11. 16:00 GER vs SUI
Mo., 24.11. 09:00 GER vs DEN
Mo, 24.11. 19:00 CZE vs GER
Di., 25.11. 12:00 RUS vs GER
Di., 25.11. 20:00 GER vs SCO
Mi., 26.11. 14:00 GER vs FIN
Do., 27.11. 09:00 LAT vs GER

Herren
Sa, 22.11. 11:00 DEN vs GER
Sa, 22.11. 19:00 GER vs LAT
So, 23.11. 12:00 GER vs CZE
So, 23.11. 20:00 RUS vs GER
Mo, 24.11. 14:00 SCO vs GER
Di, 25.11. 08:00 GER vs ITA
Di, 25.11. 16:00 SUI vs GER
Mi, 26.11. 09:00 NOR vs GER
Mi, 26.11. 19:00 GER vs SWE

TERMINE
2016
29. September
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